Historisches des Schachkreises Mittelfranken-Nord

Erinnerung an den zweiten Vorsitzenden von Mittelfranken-Nord: Josef Greil

Über den nach Bernhard Gluska zweiten Vorsitzenden des Schachkreises Mittelfranken-Nord, oder wie es damals hieß, Schachbezirk Mittelfranken-Nord, Josef Greil ist wenig mehr bekannt. Geboren wurde er 1877 in München, wo er seine Ausbildung zum Elektro-Ingenieur machte. Nach Zwischenstationen in Rosenheim, woher seine Mutter stammte, und Mannheim, verschlug es ihn in den 20-er Jahren nach Nürnberg. Dort hatte er einen eigenen kleinen Betrieb, bis sein Sohn und die Gesellen als Soldaten im 2. Weltkrieg eingezogen wurden. Nachdem ihr Wohnhaus ausgebombt worden war, siedelte die Familie zu Verwandten nach Erlangen über, wo Josef Greil im Alter von 86 Jahren 1963 auch verstarb.

Ob er bereits in München bzw. Mannheim als Schachspieler aktiv war, lässt sich nicht mehr zweifelsfrei belegen, scheint allerdings sehr wahrscheinlich zu sein. In den 30-er Jahren war er Mitglied des SK Noris Nürnberg 1899, des Arbeiterschachklubs, der in direkter Konkurrenz zum bürgerlichen 1. SK Nürnberg 1873 (Tarraschklub) stand. Josef Greil wurde 1950 laut Mitgliedskarte das 2. Mitglied bei der Wiedergründung des im Krieg erloschenen Schachclub 05 Erlangen. Dem Verein blieb er bis zu seinem Tode verbunden. 1950 bis 1954 leitete er im hohen Alter als Vorsitzender den altehrwürdigen Schachverein und trug wesentlich zum Aufschwung des Schachs in Erlangen bei. 1954 wurde er dann 2. Vorsitzender und überließ die Amtsgeschäfte dem jüngeren Johann Spanner. 1955 wurde er zum Ehrenmitglied des SC 05 Erlangen ernannt.

Der einzige bisher nachweisbare Turniererfolg war der Sieg beim Senioren-Turnier des SC 05 Erlangen (1960). Viel wichtiger war ihm seine ehrenamtliche Tätigkeit zur Förderung des Schachs in Mittelfranken-Nord. 1953 bis 1958 war Josef Greil Vorsitzender des Bezirkes Mittelfranken-Nord (u. a. mit den Vereinen SC 05 Erlangen, SV Neustadt/Aisch 1907, SK Herzogenaurach 1911, SK Herold Heroldsberg, SV Puschendorf/Schachabt., TSV Langenzenn/Schachabt.) und seit 1955 zudem noch dessen Spielleiter und Pressewart. Mit unermüdlicher Energie organisierte er das Schachspiel in und um Erlangen, so dass ihm für seine Verdienste 1957 die Ehrennadel in Silber des Kreisverbandes Mittelfranken verliehen wurde. An diesen Pionier des mittelfränkischen Schachs erinnert heute leider nichts mehr. Deshalb scheint dieser Text mehr als notwendig zu sein.

Mein Dank gilt Katharina Greil (+), Erlangen, sowie Stefan Liepold und Joachim Lehfeld vom TB 1888 Erlangen (dem Nachfolgerverein des SC 05 Erlangen) für die Einsicht ins Vereinsarchiv und wertvolle Hinweise.

Udo Güldner, Pressewart Schachbezirk Mittelfranken

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